Lichtenstern®-Verlag

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Musik verläuft in der Zeit - wie die Sprache; sie kann gehört und niedergeschrieben werden. Dies sind Belege für ihre immer wieder beschworene Nähe zur Verbalsprache, und doch: Musik ist nicht begrifflicher Art; musikalische Verläufe benennen nicht Objekte unserer Welt, sondern folgen eigenen Gesetzmässigkeiten. Es geht um die Klärung, wie ein klangliches Erleben »als musikalisches Phänomen« verstanden werden kann.
Im Sinne eines pragmati(zi)stisch semiotischen Ansatzes (nach Peirce) rekonstruiert die Autorin musikalische Erkenntnis über kommunikative Akte in einer sozialen Gemeinschaft - angefangen bei einem „ersten“ selbstreflexiven Vorgang im Innern eines Menschen. Dabei wird nicht von fertigen Zeichen ausgegangen; die Semiose des Musikalischen bedeutet vielmehr eine Evolution unseres sinnlichen Vermögens; sie folgt nicht sprachlicher Welterschliessung, sondern fordert diese heraus. Bei der Analyse musikalischer Prozesse orientiert sich die Verfasserin an drei zusammenhängenden Fragenkomplexen: 1. Was kann als ein musikalischer Verlauf repräsentiert werden? 2. Was findet als musikalisches »Material« Verwendung? 3. Wodurch stellt sich welche Form von Bedeutung ein? Unter Bezugnahme auf die semiotischen Werkzeuge des amerikanischen Philosophen Charles.S. Peirce (1839-1914), die er für seine dem Verstehen von Kunst und Wissenschaft dienende pragmati(zi)stische Methodologie entwickelt hat, wird u.a. gezeigt, dass sich die dyadische Zeichenkonzeption des Schweizer Sprachwissenschaftlers Ferdinand de Saussure (1857-1913) nur mit erheblichen Abänderungen und Erweiterungen in die triadische nach Peirce überführen lässt. Damit soll ein Beitrag zur Grundlagenarbeit innerhalb der Musiksemiotik geleistet werden, wobei viele Einsichten nicht nur für den Bereich der Musik allein Gültigkeit haben, sondern auch im Sinne einer allgemeinen Semiotik von Bedeutung sein können.

Ulrike Voltmer, Dipl.-Psychologin und staatl. gepr. Musikpädagogin, studierte zunächst Klavier und Gesang in Saarbrücken, Darmstadt und Zürich. Als Jugendliche war sie viermal erste Preisträgerin beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ im Fach Klavier. Später Studium der Musikwissenschaft, Philosophie und Psychologie in Saarbrücken. Postgraduate-Stipendium für vergleichende Kulturwissenschaften an der Universität Gent/Belgien. Gründungs- und Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Anomalistik e.V. Autorin mehrerer Bücher; u.a. Wie frei ist der Mensch (Stuttgart 1999). Vortragstätigkeit im In- und Ausland (Berlin, Frankfurt, Stuttgart, Amsterdam, Paris, Prag, Venedig, Wien). Diskussionsteilnehmerin in der Sendung Philosophicum (ORF2) am 18.1.05. Kontakt: Ulrike Voltmer, 56, rue des hauteurs, F-57350 Spicheren, Tel./FAX: 0033-(0)3-87873752, ulrike@voltmer.de


 
     

Last Update: 19.07.2007
W EB M ASTER : Sebastian Voltmer
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